Bildung ist mehr als Schule
UNSERE POSITION
Bildung ist mehr als Schule. Wir fordern den Start einer zentralen Plattform für informelle Bildungsangebote mit gezielten Teilnahme-Anreizen für Schüler*innen.
FORDERUNG
Schneller Start von „Mein Bildungsraum“: Der Bund soll die bereits in Entwicklung befindliche Plattform „Mein Bildungsraum“ zeitnah als MVP-Version (Minimum Viable Product) für eine breite Nutzerbasis freischalten. In dieser frühen Version sollen die Programme übersichtlich verlinkt und nach Thema und Dauer durchsuchbar sein. Der Fokus liegt darauf, die Plattform schnell nutzbar zu machen, anstatt sie durch übermäßige Funktionalitäten zu verzögern.
Schrittweise Erweiterung um nicht-digitale Angebote: Nach dem Start soll „Mein Bildungsraum“ iterativ weiterentwickelt werden und neben digitalen Programmen auch nicht-digitale Bildungsangebote integrieren.
Transparente Auswahl der Bildungsangebote: Die Programme auf der Plattform sollen nicht nur durch politische Akteur*innen, sondern auch von unabhängigen Expert*innen aus der Zivilgesellschaft ausgewählt werden. Die Auswahlkriterien sollen klar und nachvollziehbar kommuniziert werden.
Gezielte Anreize für Schüler*innen: „Mein Bildungsraum“ soll allen Menschen zugänglich sein, mit einem besonderen Fokus auf Schüler*innen. Es soll ein Belohnungssystem eingesetzt werden, das Schüler*innen für den erfolgreichen Programmabschluss belohnt, etwa durch den Erhalt eines Kulturpasses.
Freiwillige Ergänzung zum Bildungssystem: Die Teilnahme an den Programmen soll freiwillig sein und ergänzend zum formalen Schulsystem stattfinden.
Zugänglichkeit: Die Programme sollen größtenteils kostenlos sein oder durch Bundeszuschüsse erschwinglich gemacht werden, damit alle Menschen – unabhängig von ihrer finanziellen Lage – Zugang zu informellen Bildungsangeboten erhalten.
BEGRÜNDUNG
Schätzungen zufolge finden 60 bis 70 Prozent der Bildung außerhalb des formalen Bildungssystems statt. „Mein Bildungsraum“ bietet allen Menschen die Möglichkeit, wichtige Zukunftskompetenzen flexibel und nach individuellen Interessen zu erwerben. Da Lehrpläne nur begrenzt auf dynamische Entwicklungen reagieren können, kommt diesem außerschulischen Kompetenzerwerb gerade mit Blick auf Schüler*innen eine entscheidende Rolle zu. Anerkannte Zertifikate und Gutscheine für Freizeitaktivitäten sollen Schüler*innen gezielt motivieren, informelle Bildungsangebote außerhalb der regulären Schulzeit oder in den Ferien wahrzunehmen.
QUELLEN
AUTOR*INNEN
Katrin Krebs, Tina Scherner
