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Moderationskompetenz

UNSERE POSITION

In einer Demokratie ist es unerlässlich, gemeinsam Themen zu diskutieren und dabei Kompromisse zu finden. Diese Debatten laufen sowohl im Analogen als auch im Digitalen (z.B. in Kommentarspalten oder in sozialen Netzwerken). Um diese konstruktiv und zielführend halten zu können, braucht es Menschen, die Debatten moderieren können und zu einer Entscheidungs- und Kompromissfindung hinführen. Wir brauchen daher eine allgemeine Stärkung der Moderationskompetenzen, da diese auch Debatten bereichert.Moderator*innen sollen Konzepte der empowernden Moderation (d.h. das gezielte Verstärken von konstruktiven Debattenbeiträgen und Vielfalt in der Debatte) anwenden können, um die Qualität der Diskussionen zu verbessern.

FORDERUNG

  • In bestehenden Beteiligungsformaten auf Bundes- und Landesebene sollen die Teilnehmenden verstärkt selbst die Austauschrunden moderieren.
  • Workshops zu Moderationskompetenzen müssen hinsichtlich Schulungsmaterial (z.B für Schüler*innen, Volkshochschulen und Unternehmen) und der Finanzierung verstärkt unterstützt werden.
  • Für Moderator*innen müssen Aus- und Fortbildungsangebote geschaffen werden. In diesen müssen sowohl Kompetenzen im Bereich der Moderation, als auch Resilienz und mentalen Gesundheit Inhalt sein.
  • Content Moderation im Digitalen darf nicht nur auf das Löschen von Inhalten reduziert werden. Moderator*innen sollen in Debatten auch Positionen sichtbar machen, wenn diese im Verlauf untergehen und sicherstellen, dass alle Menschen gehört werden. Das muss sich auch in den Ausbildungsinhalten widerspiegeln.
  • Die Ausbildung muss sich besonders darauf fokussieren, diskriminierende und beleidigende Äußerungen zu erkennen und den Umgang, auch hinsichtlich eigener mentaler Gesundheit, damit zu erlernen.
  • Plattformen, die Diskussionsräume anbieten (z.B. in Kommentarspalten, Foren oder analog) müssen für eine Aus- und Fortbildung ihrer Moderator*innen sorgen, indem sie entweder selbst Ausbildungen und regelmäßig Fortbildungen anbieten oder externe Fortbildungen für ihre Mitarbeiter*innen organisieren. Die Fortbildungen zählen als Arbeitszeit und müssen mindestens einmal im Jahr durchgeführt werden. 
  • Plattformen sollten freiwillige Moderator*innen durch niederschwellige asynchrone Online-Angebote in Moderationskompetenzen schulen, um eine sichere und respektvolle Online-Umgebung zu gewährleisten

BEGRÜNDUNG

Die Fähigkeit zur Moderation und die Anwendung der Moderationsfähigkeit verstärkt sowohl gegenseitiges Verständnis, als auch die Unterscheidung zwischen legitimen inhaltlichen Differenzen und Hass. Somit kann durch eine größere Anzahl von Menschen mit Moderationsfähigkeiten die allgemeine gesellschaftliche Debatte in allen Räumen sachlicher geführt werden und hiermit angreifende und populistische Aussagen besser aufgezeigt und verhindert werden. Auch können sich hierdurch mehr Menschen mit verschiedene Positionen in Debatten einbringenGerade die angegriffenen Minderheiten fühlen sich oft nicht wohl in Diskussionsräumen, in denen es aber gerade wichtig ist auch sie zu hören.

Somit trägt eine besserer Moderationsfähigkeit nicht nur zu einer besseren Gesprächskultur, sondern auch zur Qualität des Outputs von Debatten bei, und erhöht die Wertschätzung und das Wirksamkeitsgefühl der Teilnehmenden.

AUTOR*INNEN

Daphne Auer, Laetitia Marianne Hallitschke, Jonas Klein, Felix Preu, Mahja Sarschar, Eduardo Candeias Schneider, Tarek Skouti